Wenn du eine vermietete Immobilie kaufst, sind die Kaufkosten mehr als nur der Kaufpreis der Immobilie selbst. Sie umfassen eine Reihe von Nebenkosten, die du unbedingt im Blick haben musst, um dein Budget realistisch zu planen und versteckte Kostenfallen zu vermeiden.
Die wichtigsten Kaufnebenkosten beim Erwerb einer vermieteten Immobilie
Der Erwerb einer vermieteten Immobilie ist eine Investition, die sorgfältige Planung erfordert. Neben dem reinen Kaufpreis fallen diverse Nebenkosten an, die oft unterschätzt werden. Eine transparente Übersicht hilft dir, unerwartete Ausgaben zu vermeiden.
Grunderwerbsteuer
Die Grunderwerbsteuer ist eine der größten Nebenkosten beim Immobilienkauf. Sie wird vom jeweiligen Bundesland erhoben und variiert daher regional stark. Der Steuersatz liegt zwischen 3,5% und 6,5% des Kaufpreises.
- Bemessungsgrundlage: Der aktuelle Kaufpreis der Immobilie.
- Regionale Unterschiede: Informiere dich über den Steuersatz in deinem Bundesland.
- Zeitliche Komponente: Die Grunderwerbsteuer ist einmalig fällig und muss in der Regel kurz nach der notariellen Beurkundung des Kaufvertrags bezahlt werden.
Notar- und Grundbuchkosten
Diese Kosten sind für die rechtliche Abwicklung des Kaufs unerlässlich. Sie decken die Gebühren für den Notar, der den Kaufvertrag beurkundet, sowie die Kosten für die Eintragung des neuen Eigentümers ins Grundbuch.
- Notargebühren: Umfassen die Beurkundung des Kaufvertrags, die Grundschuldbestellung und weitere behördliche Erklärungen.
- Grundbuchkosten: Beinhaltet die Kosten für die Eintragung der Eigentümerumschreibung und eventuell bestehender Grundschulden.
- Gesamtkosten: In der Regel belaufen sich diese Kosten auf etwa 1,5% bis 2,0% des Kaufpreises.
Maklerprovision (Courtage)
Wenn du einen Immobilienmakler beauftragst, fällt eine Maklerprovision an. Seit Dezember 2020 wird diese in der Regel zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt, wobei der Käuferanteil meist bei 3,57% inklusive Mehrwertsteuer liegt, sofern der Verkäufer ebenfalls einen Teil zahlt.
- Vertragliche Regelung: Die genaue Höhe und Aufteilung der Provision ist im Maklervertrag festgehalten.
- Verhandlungsspielraum: In manchen Fällen ist die Provision verhandelbar.
- Fälligkeit: Die Provision wird in der Regel erst nach notarieller Beurkundung und erfolgreichem Abschluss des Kaufvertrags fällig.
Kosten für die Grundschuldbestellung
Wenn du die Immobilie finanzierst, wird eine Grundschuld zugunsten der finanzierenden Bank im Grundbuch eingetragen. Die Kosten hierfür sind ähnlich wie bei den Grundbuchkosten und umfassen Notar- und Grundbuchgebühren.
- Zweck: Absicherung der Bank für das Darlehen.
- Kostenumfang: Beinhaltet Notar- und Grundbuchkosten für die Eintragung der Grundschuld.
- Relative Höhe: Die Kosten richten sich nach der Höhe der Grundschuld.
Weitere mögliche Kosten
Je nach Einzelfall können weitere Kosten entstehen, die du nicht außer Acht lassen solltest.
- Wertermittlung/Gutachterkosten: Falls du vor dem Kauf eine unabhängige Wertermittlung wünschst.
- Auflassungsvormerkung: Eine Art Reservierung des Grundstücks im Grundbuch, die vor dem Verderben des Kaufes schützt.
- Verwaltergebühren: Bei Eigentumswohnungen können laufende Verwaltergebühren anfallen, die du beim Ankauf mit einkalkulieren musst, auch wenn diese nicht direkt Kaufkosten sind, beeinflussen sie die Gesamtkostenrendite.
- Sanierungs- und Renovierungskosten: Unmittelbar nach dem Kauf anfallende Kosten zur Herrichtung der Immobilie für die Vermietung.
Übersicht der Kaufnebenkosten
| Kategorie | Typische Kosten (in % des Kaufpreises) | Hinweise |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 3,5% – 6,5% | Bundeslandsabhängig, einmalig |
| Notar- und Grundbuchkosten | 1,5% – 2,0% | Für Beurkundung und Eintragung, einmalig |
| Maklerprovision | 3,0% – 7,14% (oft geteilt) | Je nach Vereinbarung, marktüblich |
| Grundschuldbestellung | Ca. 0,5% – 1,0% | Bei Finanzierung, einmalig |
| Sonstige Kosten (Gutachten, Vormerkung etc.) | Variabel | Je nach Bedarf und Einzelfall |
Planung und Finanzierung der Kaufkosten
Eine solide Finanzplanung ist entscheidend, um die Kaufkosten einer vermieteten Immobilie erfolgreich zu stemmen. Berücksichtige dabei nicht nur den Kaufpreis, sondern auch alle anfallenden Nebenkosten.
Budgetierung der Nebenkosten
Es ist ratsam, für die Kaufnebenkosten pauschal etwa 10% bis 15% des Kaufpreises einzuplanen. Diese Spanne deckt die gängigsten Kosten ab. Eine detaillierte Aufschlüsselung für deine spezifische Situation hilft dir dabei, präziser zu kalkulieren.
- Grunderwerbsteuer: Prüfe den Steuersatz deines Bundeslandes und multipliziere ihn mit dem Kaufpreis.
- Notar und Grundbuch: Rechne hier mit rund 1,5% bis 2,0% des Kaufpreises.
- Maklercourtage: Kläre die Höhe und Aufteilung im Vorfeld.
- Grundschuldkosten: Kalkuliere etwa 0,5% bis 1,0% des Darlehensbetrags.
Finanzierung der Nebenkosten
Viele Käufer finanzieren die Nebenkosten nicht mit, sondern bringen sie aus Eigenkapital auf. Es ist jedoch auch möglich, die Nebenkosten in die Finanzierung einzubeziehen, was allerdings die monatliche Belastung erhöht und oft mit höheren Zinskonditionen verbunden ist.
- Eigenkapital: Die komfortabelste Lösung, um finanzielle Flexibilität zu bewahren.
- Bankfinanzierung: Prüfe die Konditionen deiner Bank. Manche Banken bieten die Mitfinanzierung der Nebenkosten an.
- Kombination: Ein Teil Eigenkapital und ein Teil Bankfinanzierung kann ein guter Kompromiss sein.
Steuerliche Aspekte der Kaufkosten bei vermieteten Immobilien
Die Kaufkosten einer vermieteten Immobilie können steuerlich relevant sein und beeinflussen deine Steuererklärung als Vermieter.
Absetzbarkeit von Kaufnebenkosten
Einige der Kaufnebenkosten sind sofort als Werbungskosten absetzbar, da sie direkt im Zusammenhang mit der Erzielung von Mieteinnahmen stehen. Dies reduziert deine zu versteuernden Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.
- Sofort absetzbar: Maklergebühren, Notar- und Grundbuchkosten für die Kaufabwicklung (nicht die Grundschuld), Kosten für die Erstellung eines Mietvertrags oder für die Wohnungsübergabe.
- Nicht sofort absetzbar, aber relevant für die AfA: Kosten, die als Herstellungskosten gelten, wie z.B. umfangreiche Renovierungen oder Modernisierungen, die unmittelbar nach dem Kauf erfolgen, um die Immobilie vermietbar zu machen. Diese werden über die Abschreibung (AfA) über die Nutzungsdauer der Immobilie geltend gemacht.
- Nicht absetzbar: Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten für die Eintragung der Grundschuld. Diese fließen in die Berechnung der Anschaffungskosten der Immobilie ein und werden indirekt über die Gebäudeabschreibung (AfA) über die Nutzungsdauer verteilt.
Abschreibung (AfA)
Die Anschaffungskosten einer Immobilie, zu denen auch die nicht sofort absetzbaren Kaufnebenkosten zählen, können über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Die jährliche Abschreibung mindert deine steuerliche Belastung.
- Gebäudeabschreibung: Die Regeln zur Gebäudeabschreibung (AfA) sind gesetzlich geregelt und hängen vom Baujahr der Immobilie ab. In der Regel beträgt die lineare AfA für Wohngebäude 2% pro Jahr.
- Ermittlung der Bemessungsgrundlage: Die Bemessungsgrundlage für die AfA setzt sich aus dem Kaufpreis der Immobilie sowie den nicht sofort absetzbaren Kaufnebenkosten zusammen. Der Wert des Grund und Bodens wird hierbei in der Regel separat behandelt und ist nicht abschreibungsfähig.
Kaufkosten im Vergleich zu anderen Investitionsformen
Beim Vergleich von Immobilieninvestitionen mit anderen Anlageformen wie Aktien oder Anleihen spielen die initialen Kaufkosten eine signifikante Rolle für die Gesamtrendite.
Immobilien vs. Kapitalanlagen
Immobilien sind oft mit höheren Transaktionskosten verbunden als viele Wertpapiergeschäfte. Während beim Kauf von Aktien oder Fonds die Gebühren meist geringer ausfallen, erfordern Immobilienkäufe erhebliche einmalige Ausgaben für Grunderwerbsteuer, Notar und eventuell Makler.
- Initialkosten: Bei Immobilien sind die anfänglichen Kaufnebenkosten deutlich höher.
- Langfristigkeit: Immobilien gelten oft als langfristige Investition, bei der die anfänglichen Kosten auf viele Jahre verteilt werden.
- Fremdkapitalhebel: Die Möglichkeit, Immobilien mit einem hohen Anteil an Fremdkapital zu erwerben, ist bei vielen anderen Anlageformen nicht in gleichem Maße gegeben.
Auswirkungen auf die Renditeberechnung
Die Kaufnebenkosten müssen bei der Berechnung der Brutto- und Nettorendite einer vermieteten Immobilie unbedingt berücksichtigt werden. Sie reduzieren die anfängliche Gesamtrendite und verlängern die Amortisationszeit.
- Brutto-Mietrendite: Bezieht sich auf die Mieteinnahmen im Verhältnis zum Kaufpreis der Immobilie.
- Nettorendite: Berücksichtigt neben dem Kaufpreis auch die laufenden Kosten (Instandhaltung, Verwaltung, etc.) und die anfänglichen Kaufnebenkosten.
- Gesamtrendite: Umfasst auch Wertsteigerungen der Immobilie über die Haltedauer und die Berücksichtigung der steuerlichen Effekte.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Kaufkosten bei vermieteten Immobilien
Was sind die größten Kaufnebenkosten bei einer vermieteten Immobilie?
Die größten Kaufnebenkosten sind in der Regel die Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland zwischen 3,5% und 6,5% des Kaufpreises ausmacht, sowie die Notar- und Grundbuchkosten, die etwa 1,5% bis 2,0% betragen. Hinzu kommt gegebenenfalls die Maklerprovision.
Muss ich die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital bezahlen?
Es ist empfehlenswert, die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital zu bestreiten, da Banken oft nur den reinen Kaufpreis finanzieren und die Nebenkosten nicht mit in die Beleihung einbeziehen. Eine Finanzierung der Nebenkosten ist zwar möglich, kann aber zu ungünstigeren Konditionen führen und erhöht die monatliche Kreditrate.
Welche Kaufnebenkosten kann ich steuerlich absetzen?
Sofort absetzbar als Werbungskosten sind in der Regel die Maklergebühren, Notar- und Grundbuchkosten für die Kaufabwicklung sowie Kosten für die Erstellung von Mietverträgen oder die Wohnungsübergabe. Die Grunderwerbsteuer und die Notar-/Grundbuchkosten für die Grundschuldbestellung sind nicht sofort absetzbar, fließen aber in die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung ein.
Wie hoch sind die typischen Notar- und Grundbuchkosten?
Die Notar- und Grundbuchkosten liegen in der Regel bei etwa 1,5% bis 2,0% des Kaufpreises. Sie umfassen die Gebühren für die Beurkundung des Kaufvertrags, die Eintragung ins Grundbuch und gegebenenfalls die Grundschuldbestellung.
Ist die Maklerprovision immer gleich hoch?
Die Höhe der Maklerprovision ist Verhandlungssache und im Maklervertrag geregelt. Seit Dezember 2020 wird sie in der Regel zwischen Käufer und Verkäufer geteilt, wobei der Käuferanteil typischerweise bei 3,57% inklusive Mehrwertsteuer liegt, wenn der Verkäufer ebenfalls einen Teil trägt.
Welche Rolle spielt die Grunderwerbsteuer für meine Investition?
Die Grunderwerbsteuer ist ein signifikanter Kostenfaktor, der die Gesamtkosten deiner Immobilieninvestition maßgeblich beeinflusst. Sie ist ein einmaliger Betrag, der je nach Bundesland zwischen 3,5% und 6,5% des Kaufpreises liegt.
Wie kann ich die Kaufnebenkosten bei meiner Renditeberechnung berücksichtigen?
Du musst die Kaufnebenkosten in deiner Renditeberechnung berücksichtigen, indem du sie von den Gesamteinnahmen abziehst oder in die Berechnung der Netto- und Gesamtrendite einfließen lässt. Sie reduzieren die anfängliche Rendite und verlängern die Amortisationszeit der Investition.